Donnerstag, 4. Juni 2009

Wiener Grüne fordern bessere Arbeitsbedingungen für Sexdienstleisterinnen

Die Grüne Partei Wien will Verbesserungen für Huren. "Die Sittenwidrigkeit der Prostitution muss
unverzüglich fallen", fordert Monika Vana, Stadträtin und
Frauensprecherin der Grünen Wien anläßlich des Internationalen
Hurentags am 2. Juni. "Das ist der Schlüssel, um die Arbeits- und
Lebenssituation von SexarbeiterInnen substantiell zu verbessern." Für
Vana ist es eine Schande, dass Personen, die sexuelle
Dienstleistungen anbieten, für erbrachte Leistungen keinen Anspruch
auf Gegenleistung haben und vorher vereinbarte Honorare nicht vor
Gericht einklagen können. "Diese Rechtslage entwürdigt
SexdienstleisterInnen und erhöht deren Ausbeutungsgefährdung. 20
Jahre Sittenwidrigkeit sind genug", so Vana". Vana fordert
Frauenministerin Heinisch-Hosek auf, das OGH-Urteil von 1989 endlich
gesetzlich zu entkräften und ihren eigenen Worten Taten folgen zu
lassen.
Die Wiener Grünen fordern im Detail:
- Die Entkoppelung von Sexarbeit und Sittenwidrigkeit
- Die Anerkennung der Sexarbeit als Erwerbszweig, d.h.: Änderungen im
Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Sozialversicherungsrecht, etc.
Aufenthalts- und Beschäftigungsbewilligung von MigrantInnen, die in
der Sexarbeit tätig sind, auch nach dem "Ausstieg"
- Aufhebung der Meldepflicht bei der Sicherheitspolizei
freier und selbstbestimmter Zugang zur Gesundheitskontrolle
arbeitsmarktpolitische Unterstützungsprogramme für Sexarbeiterinnen,
die sich beruflich weiterbilden oder verändern wollen
Ausreichende finanzielle Unterstützung bestehender NGO-Einrichtungen